Mit dem Camper durch Brasilien

Rosemarie Mergner

rosemariem@t-online.de

Reisebericht Sommer 2009

Eine kleine Brasilienrundreise

Sommer 2009

mit einem befreundetem Ehepaar,hatten wir beschlossen eine kleine Rundreise durch Brasilien zu machen. Wir wollten an den Atlantik und die deutschen Orte in der Region Santa Katharina besuchen.

Also,los. Mein Mann und ich haben unseren Mitsubishi L 400 Bus, zu einem Reisemobil umgebaut. Dazu hat mein Mann die hinteren Sitze ausgebaut, 2 Bohlen reingelegt ein Matratze drauf und fertig war unsere Reisemobil.

Unter unserem Bett konnten wir nun noch Grill, Angeln und ein paar Stühle und einen Tisch verstauen.

Los gings. Wir sind am 1.März in Paraguay losgefahren.  Zu der Zeit lebten wir in Paraguay. Wir hatten uns einen Treffpunkt in Richtung Brasilien ausgemacht, da wir aus unterschiedlichen Richtungen gestartet sind. In Caaguazu trafen wir uns. Dort haben wir ein Frühstück gemacht. Es war schon so gegen 11.00 Uhr. Da das Frühstück so wie wir es in Deutschland kennen, dort nicht zelebriert wird, haben wir unsere Lebensmittel selbst mitgebracht. Bis zur Grenze nach Brasilien braucht wir nicht mehr lange. Unsere Freunde fuhren mit einem Mercedes Benz der bereits als Wohnmobil eingerichtet war.

Am frühen Nachmittag sind wir dann in Ciudad del Este,Paraguay nach Foz do Iguacu, Brasilien gefahren. An der Grenze gab es keinerlei Probleme. Reingeschaut in die Autos haben die Zöllner. Sie wollten wissen warum wir nach Brasilien wollten. Aber das ist normal. Und sie waren neugierig, was wir denn so bei uns hatten. Caravaning steckte dort in den Babyschuhen.

Bis zum Atlantik lagen nun noch gut 800 km vor uns. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz „Leijaneros“ an der Ruta. Rutas bezeichnet man dort die Schnelltrassen. Es gab ein Restaurant und Duschen sowie Toiletten. Mehr braucht man nicht.

Anfang März ist es zudem noch sehr schön warm. Es ist ja Sommer.

Am nächsten morgen bereiteten wir unser Frühstück zwischen den Autos zu. Mehr Freiheit geht nicht.

An diesem Tag fuhren wir durch eine wunderschöne Landschaft. Vorbei an einem Indianerreservat. dort waren Warnschilder weil die Indianer die Straße kreuzten ohne auf den Verkehr zu achten.

Wir fuhren durch eine sehr schöne hüglige Landschaft.Teilweise waren die Straßen serpentinenartig. da überraschte uns ein heftiger Regenguss. Man konnte fast die bis auf 5 m vor dem Auto nichts mehr sehen. als wir die bergige Landschaft hinter uns gelassen hatten, war auch der regen vorbei. jetzt konnten wir am Horizont auch schon den Atlantik sehen.

nach einem kurzen zwischen stopp , bei einer Tasse Kaffee, werteten wir den Regenguss aus. dann ging es wieder weiter.

Am frühen Nachmittag waren wir kamen wir in Curitiba an. Eine sehr schöne Stadt am Atlantik. Hier suchten wir uns ein Restaurant und haben die ersten frischen Meeresfrüchte genossen. Wir sahen uns in der Stadt um, machten einen kurzen Bummel. Aber wir wollten weiter. Joinville war unsere nächstes Ziel. Curitiba war uns zu groß, zu viel Menschen.

Joinville präsentierte sich uns ganz anders. Eine kleine Hafenstadt. Wir suchten uns eine ruhige ecke am Strand. Die Straßen verlaufen zumeist in unmittelbarer Nähe zur Küste des Atlantiks. So war es nicht schwer, die Autos in Sichtweite zu parken und im Atlantik baden zu gehen.

Dort ließen wir es uns gut gehen. Wir haben dort herrliches Eis genossen.

am Abend suchten wir uns am Stadtrand wieder einen Parkplatz. Hier verbrachten wir die Nacht zwischen den Lkws. Am morgen machten wir uns wieder unser Frühstück. Gebratene Eier mit Speck und frischem Kaffee. Es dauerte auch nicht lange, da steckten die ersten Lkw Fahrer ihre Köpfe raus um festzustellen woher der Duft kam. Wie schon erwähnt in diesen teilen Südamerikas ist unsere Art zu frühstücken nicht gängig.In Regel nimmt man zum Frühstück. Cocitos, das sind kleine Gebäckstückchen ähnlichem einem Brötchen, aber ohne Geschmack. Dazu wird dann Mate Tee getrunken und wenn es gut kommt noch ein wenig Marmelade und das war es dann.

An diesem Tag erkundeten wir die Umgebung von Joinville und fuhren dabei gemächlich Richtung Süden. Auch dieser Tag war Genuss pur, Eisessen, Meeresfrüchte genießen und im Atlantik. baden.

die Nacht verbrachten wir wieder auf einem dieser großen Parkplätze.

Am morgen beim Frühstück. beschlossen wir unsere Lebensmittel aufzufrischen, also einkaufen gehen. Sehr oft wurden wir gefragt, warum wir in Paraguay lebten, wir seien doch Deutsche.

Bei unserer Einkaufstour kamen wir auch wieder am Strand vorbei.Wir waren jetzt in Barra Velha. Hier kamen gerade die Fischer vom Meer zurück. Da kamen wir nicht dran vorbei...wir mussten frischen Fisch kaufen. Als wir noch laut am überlegen waren, drehte sich der Fischer zu uns um und fragte im besten Deutsch, wie viel Fisch wollt ihr denn?

Ja, wir sind in Brasilien, in Santa Catharina, hier begegnet man oft Menschen die deutsch sprechen. Pommerode, Blumenau. Das sind die bekanntesten Orte die an die deutschen Einwanderer erinnern. In diesen Orten wird noch immer deutsch gesprochen. Blumenau, dort wird wohl das größte Oktoberfest auf dem lateinamerikanischen Kontinent gefeiert.

Diese Reise hat sich gelohnt. Für uns. Wir waren glücklich nach ein paar Tagen wieder in unserem Zuhause zu sein.

Aber noch war es nicht so weit. Ein Überraschung gab es noch. Und jetzt wurde es kompliziert!

Wir hatten noch etwa 300 km bis zur Grenze Brasilien – Paraguay. Wir durchfuhren ein kleine Ortschaft. Überall in Lateinamerika sind so genannte Lomadas installiert. Auch in den Niederlanden gibt es sie.  Wir fuhren vorweg. Unsere Freunde mit ihrem Mercedes hinter uns. Plötzlich sah ich sie im Rückspiegel nicht mehr. Sie standen am Straßenrand. Wir drehten um. Als wir bei ihnen ankamen, sahen wir schon das Dilemma. Die Ölwanne war kaputt. Sie hatten den letzten Lomada übersehen uns sind voll drauf gekracht. Was jetzt? Schnell war die nächste Tankstelle gefunden.Dort baten wir um Hilfe. Alle Menschen dort sind sehr hilfsbereit. So auch hier. Da wir über eine Auslandsversicherung verfügten war ein Abschleppwagen relativ schnell vor Ort. Der Mechaniker besah sich den Schaden und sagt, es wäre das beste er würde den Mercedes in die Mercedes Autowerkstatt nach Cascavel bringen. Nun gut. Also den Mercedes aufgeladen und wir fuhren gemächlich hinterher. In Cascavel angekommen, kamen auch gleich die Mercedes Spezialisten. Es war ja eine Fachwerkstatt. Nun erlebten wir aber eine Überraschung. Sie waren entsetzt, das es sich bei diesem Mercedes um einen Fünfzylinder handelte. So etwas gibt es nicht, versicherten sie uns. Das können wir auch nicht reparieren. So die Aussage. Aber für Morgen

Was nun? Wir mussten zurück, wir erwarteten Gäste. Also beschlossen wir das Auto bis nach Paraguay bringen zu lassen. Dort kannten wir einen Mechaniker. Gesagt getan. Der Fahrer des Abschleppwagens sagte das wäre überhaupt kein Problem den Mercedes nach Paraguay zu bringen. Na gut, also los. Als wir dann endlich an der Grenze waren. Ließ er den Mercedes auf der brasilianischen Seite runter. Wir fragten, was das soll. Jetzt sagte er, er hätte seine Papiere vergessen und können nun nicht über die Grenze. Was jetzt? Brasilien und Paraguay sind an dieser Grenze nur durch eine Brücke getrennt. Auf der anderen Seite ist Ciudad del Este. Uns blieb nichts weiter übrig, als den schweren Mercedes an unseren Mitsubishi Bus L 400 einzuhaken. Eine Schleppstange hatten wir mit. Der Verkehr auf der Brücke hat es in sich. Vor allem die Moto-Taxi sind dort in der Überzahl. Und so kam es auch das sich ein Moto-Taxi zwischen uns wollte. In letzter Sekunde hat er erkannt, das wir eine Stange dazwischen hatten. Es ist Vorschrift mit Stange zu schleppen.

Für unseren Mitsubishi war das ein Schwerstarbeit. Aber wir schafften es. So fuhren wir erst einmal zu unserem Hotel. Dort quartierten sich unsere Freunde ein. Wir ließen den Mechaniker anrufen, das er sich den Schaden anschauen konnte. Das funktioniert dort problemlos. Aber wir mussten weiter. Wir erwarteten für den nächsten Tag Gäste.


Wir leben seit 3 Jahren wieder in Deutschland. 13 Jahre haben wir In Paraguay gelebt. Ich weiss , dass die Reiseberichte von Wohnwagen sein sollen. Aber den hatten wir damals noch nicht. Vielleicht gefällt dieser Reisebericht.

Rosemarie Mergner

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