Tief im Westen 2. Teil

Aachen, die Stadt Karl des Großen mit Dom und Elisenbrunnen, ja das haben wir schon gehört, soll ganz toll sein. Der Stellplatz ist wohl einer der besten in Deutschland. Das Preis Leistungsverhältnis stimmt, er ist ruhig gelegen und man könnte auch länger verweilen. Im Normalfall ist das aber nur drei Nächte möglich. Als wir auf dem Stellplatz ankamen, sind wir ohne Anmeldung hineingefahren. Wir haben uns den noch nicht besetzten Platz gleich rechts neben dem Waschhaus gesichert. Strom und Frischwasser direkt am Platz mit Gully. Rasenplatz mit eingelassenen Kunststoffgittern. Der Platz hatte mindestens 100m²  und war für 15 Euro Festpreis einfach Super. Am Donnerstag Abend war der Platz voll, es standen sogar welche auf dem PKW Parkplatz. Wir erwarteten am Donnerstag Abend Besuch, unsere 3 Erwachsenen Kinder hatten sich angesagt. Um Mitternacht waren sie endlich angekommen, mit Stau und Verzögerungen aber gesund und munter.Freitag wollten wir nach dem Frühstück einen Ausflug nach Brüssel machen. Das bedeutete: früh aufstehen und 120 Kilometer nur mit dem PKW fahren,ist ja keine Entfernung. Brüssel, unsere Europa Hauptstadt, hat mir sehr gefallen, wenn auch die meisten Menschen französisch sprechen und keiner von uns was verstanden hat. Etwas außerhalb am Stadtrand haben wir geparkt, ein belgisches Frühstück (französisches Frühstück) eingenommen und sind dann mit der U- Bahn mitten in die Stadt gefahren. Eine Tageskarte pro Person kostet 7,50 Euro für alle öffentlichen Verkehrsmittel, 24 Stunden lang. Ausgestiegen sind wir an der Börse, der erste sehenswerte Bau in Brüssel. Von hier aus haben wir eine große Runde durch Brüssel unternommen, zum Großen Marktplatz, Manneken Pis, Kathedrale, Königspalast, die Fontaine und das Atomium. Sicher habe ich unzählige Gebäude und Parks bei meiner Aufzählung vergessen, an denen wir vorbei gekommen sind. Brüssel ist sehr sehenswert aber auch nicht ganz billig. So kostete das Frühstück, bestehend aus Croissant mit Marmelade und eine Schale Kaffee, 7 Euro. Das ist ein typisches Frühstück für uns etwas ungewöhnlich, aber es hat geschmeckt. Belgische Schokolade im Spezialitätengeschäft ist ab 3,90 Euro pro 100 Gramm erhältlich. Ein Maß Bier auf der Terrasse mitten im Zentrum 7,50 Euro, da kann man nicht meckern! Gegessen haben wir in Brüssel nicht, denn viele Restaurants haben französische Küche und sind sehr teuer. Sicher gibt es auch preiswerte gute Restaurants, aber wenn du die nicht kennst, ist es immer Glücksache. Zu guter letzt und schon fast zu spät sind wir wieder mit der U-Bahn zum Atomium gefahren. Das Wahrzeichen von Brüssel und Europa ist schon sehr alt und wurde 1958 eröffnet. Zwischenzeitlich natürlich renoviert, sieht es aus als währe es erst vor kurzem erbaut worden. Also um 18 Uhr schließt das Atomium aber auch von unten ist es sehr Imposant. In den einzelnen Kugeln gibt es Ausstellungen zu Energie, Atomzeitalter und mehr. Um mit der U -Bahn zum Atomium zu kommen bedarf es genauer Informationen, denn auf einem U-Bahn Plan findest du keine Station Atomium. Die Station am Atomium heist Metro-Station Heysel / Heizel (Linie 6) in der Nähe ist auch das Europa Miniatur. Ja so ist das in Belgien, undenkbar wenn die Station in Berlin nicht Brandenburger Tor sondern Ebertstr. heißen würde oder? Da haben sich die Stadtplaner keine Gedanken gemacht, das es ausser Belgiern in der Europastadt auch noch andere Europäer gibt. Die Sprache ist auch nicht gerade Europa, französisch können ja nur wenige und Englisch habe ich kaum gehört. Wir haben uns aber recht wohl gefühlt und alles in allem war es ein sehr gelungener Ausflug. Zurück auf unserem Stellplatz in Aachen haben wir noch ein bisschen gefeiert (Geburtstag) aber sind zeitig schlafen gegangen. Nach einer gerusamen Nacht sind wir zum Dreiländer- Eck gefahren, nur 15 Kilometer von Aachen entfernt grenzen Deutschland, Belgien und Holland aneinander. Auf dem Weg dorthin kamen wir noch an einem Aussichtsturm vorbei, hier kannst du aus luftiger Höhe die Umgebung betrachten. Direkt am 3 Ländereck wird es dann wieder komerziell. Läden und Freßbuden dürfen da nicht fehlen. Nach ein wenig umherlaufen fanden wir was wir suchten, das eigentliche Eck, dort wo man mit einem Bein in Belgien und mit dem anderen in Holland stehen kann. Wenn man noch ein drittes hätte, wäre dieses für Deutschland reserviert. Die drei Länderfahnen runden das ganze ab. 1 Std. Aufenthalt reichen aber allemal. Vom Dreiländereck ging es nach Aachen in die Stadt. Wir haben die Kaiser Karl Runde gemacht, so wie auf dem Handzettel vom Stellplatz beschrieben. Startpunkt für die meisten Stadtbesichtigungen oder Führungen ist der Elisenbrunnen. Das 52° heiße Quellwasser riecht nach faulen Eiern wegen des hohen Schwefelgehaltes. Offiziell kein Trinkwasser soll es sehr gesund sein. Von hier aus machten wir eine große Runde durch Aachen zu den wichtigsten Sehenwürdigkeiten. Aber auch die Printen wurden auf dieser Tour gekauft. Der Aachener Dom ist zweifelsfrei das Heilight auf der Karls Runde aber das Rathaus und andere Gebäude sind auch sehenswert. Eine tolle, wenn auch kleine Stadt am Dreiländer-Eck, auf jeden Fall sollte man Aachen einmal besuchen. In der Weihnachtszeit ist der Weihnachtsmarkt einer der schönsten in Deutschland . Am Sonntag machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Hause. Eigentlich hatten wir einen Zwischenstopp in Köln geplant, aber das Wetter war nicht mehr so schön wie die Tage zuvor und so fuhren wir direkt in die Heimat.

Fazit: Eine ungewöhnliche Tour durch den Pott bis ins Rheinland und zurück ins Lippsche. Vom ersten bis zum letzten Tag ein rundum gelungener Ausflug.