Bodensee und Alpen Teil 4

Nach dem Frühstück geht es endlich los Richtung Berchtesgaden. Das sind etwa 300 Kilometer, auch hier wieder auf die Strecke achten, mit Gespann ist die B 472 und die A 8 die beste Lösung. In Berchtesgaden-Oberau haben wir einen schönen Stellplatz auf 860m Höhe gefunden. Tagsüber ist der Platzwart nicht da und so haben wir uns einfach einen Platz gesucht und den Wohnwagen abgestellt. Abends kam dann der Platzwart, ich wollte mich natürlich Ordnungsgemäß anmelden und bin in seine Blockhütte gegangen. Dort hat mir der nette Platzwart klargemacht das wir mit einem Wohnwagen hier nicht stehen dürfen. Und jetzt was sollen wir jetzt machen? Hier sind nur Wohnmobile erlaubt, aber für 3 Nächte können wir stehen bleiben. Wir sind sehr erleichtert und haben einen guten Platz. Blick auf die Berge nur wenige Kilometer bis zum Königssee, Sanitäreinrichtungen, Getränkeverkauf und günstige Gebühren. 

Hier im Berchtesgadener Land gibt es natürlich auch viel zu entdecken. Die Deutsche dunkle Geschichte spielt in Berchtesgaden eine große Rolle. Der Obersalzberg, oder das Kehlsteinhaus (Eagles Nest) sind zwei Beispiele für die Nationalsozialistische Zeit. Super tolle Landschaften der Watzmann, der Königssee, Rossfeld-Panoramastraße, und nicht zuletzt das Salzbergwerk sind weitere Höhepunkte im Berchtesgadener Land. Für uns war der Königssee der Höhepunkt im Berchtesgadener Land.

Früh morgens fanden wir uns am Anleger Königssee Seegelände ein. Die Erste Abfahrt findet schon um 8 Uhr statt, eine Karte zu kaufen war problemlos möglich. Wir wollten bis zur Endstation Saletalm und dann um den Obersee wandern bis zur Fischunkelalm. Das machen nicht so viele Touristen, die meisten fahren bis St. Bartholomä und zurück, auf dieser Strecke ist auch das berühmte Echo vom Königssee zu hören. Früher wurde von jedem Ausflugsboot ein Schuss in den Himmel abgegeben um dann dem Echo zu lauschen. Damals konnte man ein 7 faches Echo hören, heute spielt ein Angestellter aus Umweltschutzgründen auf einer Trompete und das hallt maximal 2 mal zurück, trotzdem ein faszinierendes Erlebnis. Der Trompeter erwartet ein kleines Trinkgeld, das ist jedoch wie in der Kirche kein Zwang. Bartholomä haben wir auf der Hinfahrt ausgelassen, denn wir wollten zum Obersee und etwas machen was nur sehr wenige Menschen bisher getan haben. Baden im Obersee das ist nur sehr selten möglich.

Auf halben Weg zur Fischunkelalm haben wir einen schönen Badeplatz gefunden. Badebekleidung und Handtücher hatten wir dabei also rein ins kühle Nass. Rund einen halben Meter war das Wasser erträglich warm, aber etwas tiefer Eiskalt. 

Das Wasser ist aber glasklar und frisch, der sauberste See Deutschlands bis zu 190 m tief. Nach dieser Abkühlung und den neidischen Blicken anderer Touristen ging es weiter zur Fischunkelalm. Hier kannst du dich mit hausgemachter Buttermilch und Brezeln oder Bauernbrot mit Schmalz stärken. An der Landschaft kann man sich nicht Sattsehen, Atemberaubend schön. Nach einer Stunde Aufenthalt, machten wir uns auf den Rückweg. Jetzt wollte ich aber doch kurz bei St.Bartholomä aussteigen. Nicht ohne Grund natürlich. Hier gibt es nachmittags immer frisch geräucherten Fisch aus dem See. Diese Leckerei musste ich unbedingt probieren. Infos findest du hier Fischer vom Königssee  

Wir waren noch am Obersalzberg und sind dann mit dem Bus zum Kehlsteinhaus gefahren. Du kannst das Kehlsteinhaus nur mit Speziellen Bussen erreichen, diese fahren im Konvoi entweder hoch oder runter. Die Straße ist so schmal das nur Einbahnverkehr möglich ist. Wenn der Bus am Parkplatz vor dem Tunnel zum Lift angekommen ist muss man sich schon für die Rückfahrt anmelden. Das hat Organisatorische Gründe, so weiß man wie viele Busse zu welcher Zeit am Parkplatz sein müssen. Wenn du durch den Tunnel zum Aufzug gehst überkommt dich ein schauerliches Gefühl. Du weißt ja wer hier schon durchgegangen ist und mit dem Lift gefahren ist. Viele Nazigrößen einschließlich Adolf Hitler haben diesen Weg mehrmals benutzt. Im Fahrstuhl angekommen geht es noch mal 124 m hoch um dann im Kehlsteinhaus auf über 1800 m anzukommen. Hier erinnert nichts mehr an Hitler-Deutschland. Die Amerikanischen Eroberer wollten das Eagles Nest eigentlich Sprengen, doch das Kehlsteinhaus steht noch heute so da wie damals. Im Innern ist alles entfernt worden was an Nazi- Deutschland errinert auch das Hakenkreuz am Kamin. Der Panoramablick ist einfach toll, und schon die Busfahrt ist ein kleines Abenteuer. Den Rückweg legten wir über den Fußweg zum Parkplatz zurück, das Wetter war einfach zu schön.

Auf der Fahrt zurück zum Stellplatz bemerkte ich ein sehr lautes metallisches Geräusch von der Vorderachse unseres Subarus. Ich hatte das Auto vor der Fahrt doch in der Werkstatt, es kann doch nicht sein das die Bremsbeläge abgelaufen sind oder etwa doch? Nach kurzer Prüfung stand fest: Die Beläge vorne waren abgelaufen, so ein Mist, aber ich werde mich bei meiner Werkstatt beschweren. Zum Glück gab es in der Nähe eine Subaru Werkstatt wo ich die Bremsbeläge kaufen konnte. Der Rest des Tages wurde dann unter dem Auto verbracht, mitten auf dem Stellplatz. Denn am nächsten Tag hatten wir die letzte große Tour zurück zur Schwäbischen Alb zum Federsee geplant. Etwa 320 Kilometer Strecke und eine letzte Übernachtung um dann noch die kurze Strecke nach Münsingen zurück zu legen. 

 Der Städtische Stellplatz  war gut, wir hatten viel Platz aber auch viel Mücken. Der See hat uns enttäuscht, den kann man gar nicht sehen weil er von einem riesigen Schilfgürtel umgeben ist. Der Weg über den Holzsteg führt durch das Schilf und ist unendlich lang. Für absolute Öko Freeks ist das wohl das größte überhaupt. Uns hat es nur bedingt gefallen. Am nächsten Morgen legten wir die letzten 50 Kilometer zurück um den Wohnwagen wieder abzugeben. Die Rückgabe war kein Problem, und so konnten wir uns auch schon bald auf den Heimweg machen.

Fazit: Deutschland hat sehr viel zu bieten, schöne Landschaften, Kulturelle Sehenswürdigkeiten und viel mehr. Mit dem Wohnwagen in die Alpen das geht ohne Probleme und hat sich als sehr Vorteilhaft herrausgestellt. Das machen wir auf jeden Fall noch einmal.